Wichtige Entwicklung in der Telekommunikation 2017

Vom Ende einer Technik-Ära bis zum Aufbruch in neue Datenwelten

Die zurzeit wichtigsten Entwicklungen der Telekommunikationsbranche folgen in diesem Jahr beinahe unspektakulär den bekannten Plänen: Im Festnetz nähert sich ISDN seinem Ende, im Mobilfunk laufen die Vorbereitungen für die nächste, die 5. Generation. Entwicklungen in der IT, die in diesem Jahr stärker in den Fokus rücken, erfordern die Vernetzung aus der Telekommunikationsbranche als Rückgrat – ohne Vernetzung werden Trends wie Sprachsteuerung, Künstliche Intelligenz und Virtual oder Augmented Reality den Massenmarkt nicht erreichen können.

Von den beiden wichtigsten Entwicklungen dieses Jahres in der Telekommunikation sind Unternehmen wie Verbraucher betroffen: Wer jetzt noch mit ISDN telefoniert, sollte sich schleunigst damit beschäftigen, wie er spätestens ab 2018 weiterhin den sprichwörtlichen Draht zum Rest der Welt behalten will. Weil es schon seit einigen Jahren keine Weiterentwicklung der ISDN-Technik mehr gibt und die Hersteller der entsprechenden Netzwerktechnik das Ende ihres Services für die in die Jahre gekommenen Anlagen angekündigt haben, geht nach den Plänen der großen Telekommunikationsunternehmen im nächsten Jahr die ISDN-Ära zu Ende. Das bedeutet zwar, dass noch ein wenig Zeit für den Umstieg vorhanden ist – aber berücksichtigt man den möglichen Aufwand, kann es allmählich knapp werden. Zumindest für einen cleveren Umstieg.

Festnetz zukunftsfit machen

Der Ausstieg aus der ISDN-Technik bietet einen guten Anlass, die Telefonier- und Kommunikationsgewohnheiten und -anforderungen zu überprüfen. Passt die bisher verwendete Hardware eigentlich wirklich noch zu dem, was Sie brauchen? Gibt es nicht vielleicht längst praktischere Lösungen, die sich gleichzeitig einfacher verwalten lassen? Wie zeitgemäß sind heute noch langlaufende Verträge über Telefon-Hardware? Hat der Wettbewerb nicht vielleicht attraktivere Angebote? Telefónica in Deutschland bietet nicht erst zum Ende der ISDN-Ära zukunftsfähige Telefonie-Lösungen an, zum Beispiel mit Digital Phone, der virtuellen Telefonanlage aus dem Rechenzentrum, die sowohl über IP-Telefone als auch über Smartphones und Software auf dem Notebook oder Desktop-Rechner klassisches Telefonieren ermöglicht – bei ganz ähnlichem Funktions- und Komfortumfang wie eigene Hardware-Telefonanlagen.

Und mit o2 All-IP ermöglicht Telefónica in Deutschland Unternehmen sogar, ihre bisherige Telefon-Hardware mit in die Zukunft zu nehmen: Die Lösung sorgt dafür, dass selbst ältere, intern genutzte ISDN-Technik mit moderner IP-Telefonie verbunden und langfristig genutzt werden kann.

5G ermöglicht neue Services

Bei der zweiten wichtigen Entwicklung, der 5G-Telekommunikationstechnik, besteht noch kein unmittelbarer Handlungsbedarf – die Technik wird zurzeit noch zur massentauglichen Marktreife weiterentwickelt –, aber mit der hohen Bandbreite und insbesondere der sehr schnellen Datenübermittlung im 5G-Netz eröffnen sich neue Anwendungsmöglichkeiten. 10 Gigabit pro Sekunde und eine Latenzzeit von unter einer Millisekunde sollen mit 5G möglich werden. Außerdem sollen 5G-Geräte bis zu 90 Prozent weniger Strom verbrauchen. Unternehmen können damit neue Services anbieten. Deshalb kann es bereits jetzt lohnen zu prüfen und zu überlegen, welche neuen Geschäftsmodelle damit im eigenen Unternehmen entwickelt, welche neuen Services und Angebote den Kunden gemacht werden können.

Einen beispielhaften Showcase hat Telefónica in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress vorgestellt und per 5G ein Auto über eine Distanz von 70 Kilometern ferngesteuert – in Echtzeit. Ein anderes Anwendungsbeispiel für hohe Übertragungsgeschwindigkeit von 5G: Der Inhalt einer prall gefüllten DVD kann in weniger als vier Sekunden übertragen werden.

Narrow Band LTE für das Internet der Dinge schon heute

Smarte Wasserzähler lassen sich remote steuern, Foto: KIDKUTSMEDIA/Florian Schmitt

Doch bevor wir 5G im Alltag nutzen können, gewinnt eine andere Mobilfunktechnologie noch an Bedeutung, die die Verbreitung des Internets der Dinge vorantreiben wird: Narrow Band LTE. Die Technologie nutzt die bereits etablierte LTE-Technik, ist jedoch auf schmalbandige Übertragung kleiner Datenpakete und geringen Energieverbrauch optimiert. Batterielaufzeiten von bis zu zehn Jahren sollen möglich sein. Damit eignet sich die Technologie für Anwendungen im Internet der Dinge, in dem es oft um die Übermittlung einfacher Sensoren- oder Tracking-Daten von ein paar Bytes oder Kilobytes geht. Telefónica setzt Narrow Band LTE zum Beispiel für die Anbindung digitaler Wasserzähler ein. Die intelligente Stadt der Zukunft, die Smart City, kann dank Narrow Band LTE heute schon von der cleveren Vernetzung profitieren.

T-Trends mit Netzanbindung

Bei wichtigen Entwicklungen in der IT, die in diesem Jahr Diskussionen, nach und nach auch unseren Alltag erobern, spielt die Vernetzung eine entscheidende Rolle. Telekommunikationsunternehmen rücken damit noch stärker in die Rolle des „Enabler“, des Möglichmachers – denn ohne deren Netze funktionieren die neuen IT-Entwicklungen nicht oder sie können nicht ihren ganzen Nutzen entfalten. Beispiel Sprachassistenten. Siri von Apple, Cortana von Microsoft, Alexa von Amazon und Google Assistant beziehen einen Großteil ihrer Leistungsfähigkeit und Intelligenz von den Servern ihrer Anbieter – und der Weg zwischen Aufnahmegerät und Server führt über die Datenverbindungen, die Telekommunikationsunternehmen über Festnetz und Mobilfunk zur Verfügung stellen. Erst so wird Sprache für die Steuerung von Suchanfragen und Serviceaufträge verständlich. Ein neuer Wettbewerber tritt übrigens dieses Jahr noch auf dem deutschen Markt an: Mit dem Galaxy S8 hat Samsung seinen Assistenten Bixby vorgestellt. Bisher versteht er Koreanisch und Englisch, doch noch im Laufe dieses Jahres soll er Deutsch lernen.

Im Hintergrund greifen alle Sprachassistenten auf das zurück, was die noch wichtigere Entwicklung beschreibt: Künstliche Intelligenz. Sie wird erst durch den Zugriff auf ausreichende Computerressourcen und große Datenmengen sowie ausgeklügelte Analyse und Projektion möglich. Cloud-Computing, das uns Rechenleistung fast unbegrenzt und nahezu jedem Ort bereitstellt, bringt dieses Topthema voran – von unserem Smartphone bis hin zur Steuerung der Industrie 4.0.

Künstliche Intelligenz kann und soll uns auch helfen, eine der großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen: Cybercrime. Mit der Vernetzung unserer Welt in allen Bereichen wachsen auch die Bedrohungen. Mitte Mai führte der massenhafte Angriff auf Computer in 150 Ländern durch den Krypto-Trojaner WannaCry die Verletzbarkeit unserer Gesellschaften vor. Systeme künstlicher Intelligenz könnte Angriffe erkennen und Schutzmaßnahmen einleiten.

Neue Welten können wir mit neuen visuellen Systemen erobern. Virtual und Augmented Reality finden zunehmend Verbreitung. War vor Jahren noch die Datenbrille Google Glass das vielbewunderte und auch umstrittene Ausnahme-Highlight, das Informationen ins Sichtfeld des Nutzers einblenden konnte, drängen mittlerweile Massenhersteller wie Epson und Brother auf den Markt der sogenannten „Head mounted Displays“.

Und Microsoft zeigt mit seiner HoloLens, wie vielfältig die Anwendung sein kann. Virtual Reality kann jeder auch heute schon für ein paar Euro erleben: einfach Smartphone in eine entsprechende Brille aus Pappe oder Kunststoff schieben, schon lassen sich gefilmte oder Computer-erzeugte Welten im Rundumblick erobern.

Europa rückt zusammen

Für alle, die gerne verreisen, bringt dieser Sommer eine ganz besondere Neuerung. Ab dem 15. Juni rücken die Länder der Europäischen Union im Mobilfunk noch ein wenig enger zusammen. Alle Bürger der Europäischen Union können ihre Heimattarife ab diesem Zeitpunkt ohne Roaming-Aufschläge in den insgesamt 28 Ländern der EU genauso nutzen wie zu Hause. Oder anders gesagt: Bisher war der Inlandstarif fürs Smartphone nur auf das Gebiet der Bundesrepublik beschränkt, ab dem 15.06. gilt er bis an die Außengrenzen der EU. So kann das eigene Smartphone in jedem EU-Mitgliedsstaat sowie in Norwegen, Liechtenstein und Island zu denselben Konditionen im Rahmen einer angemessenen Nutzung wie zu Hause genutzt werden. Einige Telefónica-Kunden können diesen Vorteil allerdings schon lange nutzen: In vielen Tarifen wie o2 Free Business ist das EU-Roaming bereits eingeschlossen.

Innovation – Next Stop: IFA Berlin

Die wichtigsten Branchenmessen für die Telekommunikation sind bereits gelaufen: die CES in Las Vegas, der Mobile Word Congress in Barcelona, die Cebit in Hannover. Auf allen Ausstellungen drehten sich viele Gesprächsthemen um neue Hardware, Software und Services. Neue Smartphones mit aktuellster Technik sind bereits verfügbar, etwa das neue Spitzenmodell von Samsung, das Galaxy S8 und S8+ mit Iris-Scanner, das Honor 8 Pro und das LG G6 jeweils mit Dual-Kamera oder Foto-Smartphone Kodak Ektra. Der Nachfolger des Apple iPhone 7, das iPhone 8, wird im Herbst dieses Jahres erwartet. Vorher trifft sich die Elektronikbranche noch auf der IFA in Berlin. Dort werden Drohnen und Smart-Home-Anwendungen das größte Interesse auf sich ziehen – inklusiver vernetzter Unterhaltungstechnik. Dabei steht unzweifelhaft das Smartphone als Fernbedienung und Steuerungselement im Zentrum stehen. In Berlin wird aus Anbietersicht das Weihnachtsgeschäft vorbereitet: Hier werden die Neuheiten präsentiert, die dann unterm Christbaum liegen können.

Doch noch vor Weihnachten, kurz nach der IFA, findet in München noch der Digital Innovation Day 2017 statt. Hier dreht sich alles um die Digitalisierung, um Machine-to-Machine-Kommunikation, um das Internet der Dinge und praxistaugliche Lösungen für Ihr Business – damit Sie Anschluss an die Zukunft behalten. Melden Sie sich jetzt schon an.