Dimension des digitalen Wandels

Von All-IP bis Narrowband-IoT: Über Treiber und Dimensionen des digitalen Wandels.

Der digitale Wandel bündelt drei Strömungen: die Digitalisierung, die Vernetzung und die Mobilität. Jede dieser Entwicklungen verursacht erhebliche Veränderungen auf allen Ebenen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem diese drei ineinandergreifen und traditionelle Abläufe disruptiv verändern können. Das gilt insbesondere für die Wirtschaft und ihre Prozesse.

Inhalt meiner zahlreichen Gespräche mit Vertretern des Mittelstands auf der diesjährigen CeBIT war fast immer die Veränderung im Zuge der Digitalen Transformation. In den Gesprächen wurde vor allem deutlich:

Der Mittelstand hat die auf sie zukommenden Herausforderungen zum großen Teil erkannt und sucht nach neuen Vernetzungsmöglichkeiten und Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Herstellungsprozesse, Produkte und Dienstleistungen auf Basis der Digitalisierung.

Der Herstellungsprozess in mittelständischen Betrieben wird heute meist vom Produktionsverantwortlichen selbst isoliert gehandhabt. Dabei gibt es unterschiedlichste Störfaktoren: Maschinenausfälle, fehlende Rohstoffe oder Bestellprozesse können den geplanten Produktionsablauf beeinflussen. Um hier aus einem reaktiven in einen aktiven Modus zu gelangen, ist es notwendig, realistische Daten der Produktion digital zu erfassen, auszuwerten und zukünftigen Planungen zu Grunde zu legen. Das bedeutet, dass die Digitalisierung aller Produktionsdaten und die Vernetzung aller Produktionsmaschinen, Standorte und Logistikketten nötig ist.

Der digitale Wandel und seine Dimension wird besonders im Bereich des sogenannten Internet of Things (IoT) deutlich: Die Bandbreite neuer Produktentwicklungen zeigt, dass zahlreiche Mittelständler die Transformation bereits in die Realität umsetzen. Der Markt des Internets der Dinge gewinnt immer rasanter an Größe, da beispielsweise schmalbandige Übertragungstechniken ganz neue Anwendungsfelder eröffnen, von der Frachtüberwachung in der Logistik über drahtlose Überwachungssensorik von Anlagen bis hin zu Smart Metering-Lösungen.

Welche Felder werden dieses Jahr den digitalen Wandel vorantreiben?

IoT-Evolution durch NB-IoT: Mit dem Narrowband Internet of Things (kurz: NB-IoT) stehen wir am Anfang einer Evolution im Bereich des Internets der Dinge. Nachdem die Standardisierung für diese Technologie Ende letzten Jahres abgeschlossen wurde, nimmt das Thema insgesamt an Fahrt auf. Analysten schätzen, dass bis zum Jahr 2023 rund drei Milliarden Geräte über NB-IoT verbunden sein werden. Die Narrowband-Anbindung ist eine kostengünstige Lösung mit niedrigem Energiebedarf sowie hoher Gebäudedurchdringung und Reichweite. Von Lokalisierungsanwendungen in der Logistik über digitale Sensorik an abgelegenen Orten und intelligente Infrastrukturservices in unseren Großstädten bis hin zu flächendeckenden Smart Metering-Lösungen sind nutzenorientierte Anwendungen denkbar oder bereits auf den Weg gebracht. Die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M), wie sie gerade in der Vernetzung von Lieferanten, Produktion und Kunden immer stärker an Bedeutung gewinnt, sowie die Datenanalyse werden die digitalen Geschäftsmodelle weiter vorantreiben.

Netztechnologie verändert sich – das Ende von ISDN kommt näher: Der digitale Wandel zeigt sich aber auch in der kommunikativen Infrastruktur, von der die Unternehmen unmittelbar abhängen – dem Festnetz. Um ihre Herstellungs- und Dienstleistungsprozesse zukunftssicher zu machen, haben Mittelständler akuten Handlungsbedarf bei ihrer Festnetzanbindung. Hintergrund ist, dass bis 2018 alle ISDN-Anschlüsse durch die Deutsche Telekom gekündigt und einheitlich auf IP-Telefonie umgestellt werden. Bisher haben sich viele Mittelständler mit dem Thema wenig oder überhaupt noch nicht auseinandergesetzt. Das ist erstaunlich, da für nahezu alle Unternehmen das Festnetz eine der wichtigsten Voraussetzungen reibungsloser Geschäftsprozesse ist.

Partnerschaften: Aus meiner Sicht sind gerade Partnerschaften der zielführende Weg, um in einem durch den digitalen Wandel geprägten Umfeld langfristig erfolgreich bleiben zu können. Nur eine Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen und verschiedener Partner führt zum Erfolg. Telefónica Deutschland bringt beispielsweise bei Mobil- und Fixnet-Lösungen, M2M-Kommunikation und Datenanalysen seine Erfahrung und seine Kompetenzen für Partnerschaften mit dem Mittelstand ein. Wir vernetzen nicht einfach nur Menschen oder Maschinen, sondern stellen zudem Kunden und Partnern das Know-how für die Veränderungen durch den digitalen Wandel bereit.