Autor: Simon Bogner

CEBIT 2018 – ein entspanntes ITK-Festival

Die Cebit hat in diesem Jahr vieles anders gemacht. Die Resonanz ist sehr unterschiedlich. Doch eines war eindeutig: Die IT- und Telekommunikationsindustrie werden anfassbar und erlebbar in ihrer Präsentation. Nicht Bildschirme, sondern Exponate von Autos über Drohnen bis hin zu einem Riesenrad zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Internet der Dinge, Robotik und Künstliche Intelligenz gehörten zu den Topthemen

Computerprogramme sind abstrakt und kommen mittlerweile in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen zum Einsatz. Kommunikationsnetze verbinden längst nicht mehr nur Rechner und Telefone, sondern nahezu alle Gegenstände. Doch erst konkrete Anwendungen veranschaulichen, welche Bedeutung IT und Vernetzung haben. Zum Beispiel für einen fröhlichen Freizeitparkbesuch ohne lange Wartezeiten: Der deutsche IT-Riese SAP zeigte auf dem Außengelände der Cebit nicht nur im Modell, wie Software dafür sorgen kann, dass sich keine langen Menschenschlangen vor Attraktionen wie Achterbahn und 3D-Kino bilden.

Vielmehr vermittelte er seinen Besuchern auch gleich konkret den Spaß eines klassischen Kirmesvergnügen mit einem Riesenrad und lud zur Rundfahrt in luftige Höhen ein. Ähnlich das amerikanische IT-Urgestein IBM: Das Unternehmen zog seine Gäste auf einer Plattform an einem Kran in die Höhe – als Veranschaulichung für die „IBM Cloud“, die jetzt als Oberbegriff für die Vermarktung seiner Cloud-Services verwendet wird.

Auf großes Interesse stießen insbesondere die Roboter, die es auf der Cebit zu sehen gab. Pepper, die rund 1,20 Meter große humanoide Maschine von Softbank Robotics, kann Besucher nicht nur informieren, sondern reagiert auch auf Emotionen und kann so besser auf sein menschliches Gegenüber eingehen.

Und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigte einen Roboter, der selbstständig erkennt, wann beispielsweise ein Monteur Unterstützung benötigt – etwa um über Kopf eine Platte festzuhalten oder um ein Bauteil anzunehmen.

Einer der Pioniere, der Roboter ähnlich uns bekannten Lebewesen entwickelt, stellte auf der Cebit seine Überlegungen zur Robotik vor. Marc Reibert, Gründer von Boston Dynamics, lenkte in einem Podiumsgespräch das Thema auf einen ganz wesentlichen Aspekt seines Fachgebiets: Künstliche Intelligenz (KI): Sie bestimmt im Wesentlichen, was die Maschinen heute können und machen. Das gilt gleichermaßen für das Erkennen von Gefühlen wie von Situationen. Und auch für das stabile Gehen einen Roboterhundes, wie sein Unternehmen ihn auf der Cebit vorstellte.

Ebenfalls konkret in der Anwendung von IT und Kommunikationsnetzen präsentierte sich Telefónica Deutschland auf der Cebit. Als zentrales Ausstellungsstück zeigte das Unternehmen einen vernetzten Kühlschrank „HelloFresh GO“ – nicht als die über viele Jahre bemühte Maschine, die automatisch Käufe tätigt und so quasi selbstständig für Nachschub sorgt. Vielmehr zeigte Telefónica eine smarte Verkaufsmaschine von HelloFresh, in der frische Lebensmittel zur gesunden Versorgung von Mitarbeitern in Unternehmen gekühlt angeboten werden. Der Kühlschrank arbeitet über Telefónica per Mobilfunk vernetzt, ermöglicht so nicht nur Fernwartung, sondern insbesondere auch Bezahlvorgänge und automatisierte Disposition für die Neubefüllung.

Weitere Showcases zeigten, wie Telefónica Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützt: zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit Geotab mit einer Komplettlösung für intelligentes Fuhrparkmanagement. Von Vernetzung dank Telefónica profitiert auch das amerikanische Unternehmen GTX: Seine SmartSole, eine intelligente Schuh-Einlegesohle, in der Sensoren und Mobilfunkmodul fest eingebaut sind. Darüber können gefährdete oder orientierungslose Menschen zuverlässig geortet werden, sodass ihnen im Bedarfsfall schnell geholfen werden kann. Und Telefónica NEXT präsentierte Datenanalysen für Handel und Verkehrsplanung für die Praxis und neue Ansatzpunkte für das Internet der Dinge im Verbraucherbereich.

Bereits auf der Hannover Messe Industrie im April hatte Telefónica Deutschland eine spannende Anwendung für Industrie 4.0 gezeigt: Das Unternehmen vernetzt Nokias „Factory in a Box“ per LTE mit Sensoren, Maschinen und Sicherheitseinrichtungen, sodass die Produktionserweiterung quasi nahtlos an eine bestehende Produktion angebunden werden kann, etwa über eine privates lokales LTE-Netz.

Bei aller Begeisterung für smarte Maschinen wurde auf der Cebit durchaus auch kritisch über das Topthema Künstliche Intelligenz diskutiert. Dabei zog sich ein Grundgedanke eines alten Romans durch viele Vorträge: Isaac Asimov und sein Werk „I Robot“, in dem die drei Grundregeln für Roboter erstmals postuliert wurden. Durch die schnelle Weiterentwicklung der Technik haben sie in ihrer Bedeutung längst die Literatur verlassen und finden im realen Leben Anwendung. Oberstes Gebot: Die Maschine, der Roboter, die künstliche Intelligenz darf den Menschen nicht schädigen.

Neben den sehr ITK-nahen Themen zählten Fahrzeuge zu den Attraktionen auf der Cebit. Volkwagen gehörte zu den großen Ausstellern und zeigte neben seinem autonom fahrenden Auto Cedric auch die Anwendung von Quanten-Computing,  von dem große Leistungssprünge in der Rechenleistung erwartet werden.

Ein Start-up gleich gegenüber vom Stand des größten Automobilherstellers zeigte konkret, wie Elektromobiltät heute aussehen kann und für größere Gesellschaftsschichten bezahlbar wird: e.Go Mobile, im Umfeld der Rheinisch-westfälischen Technischen Hochschule Aachen entstanden, präsentierte seinen vergleichsweise günstigen kleinen Viersitzer und einen elektrisch angetriebenen Kleinbus, der bei einer Grundfläche eines 7-er BMWs Platz für 15 Fahrgäste bietet.

Das ganz normale Leben gehörte schließlich auch zur Cebit. Noch nie hatte die Messe so viel Raum für Freizeit und Spaß eingeräumt wie in diesem Jahr. Neben Riesenrad und Wolkenhöhenzug sorgte eine Surferwelle bei Intel für Besucherspaß. Und das abendliche Konzert sorgte mit Künstlern wie der Band Mando Diao für beschwingte Feierabendstimmung.

Die Veranstalter äußerten sich am Ende der Cebit zufrieden mit Verlauf und Ergebnis der Messe. 120.000 Besucher seien ein guter Anfang für ein neues Konzept. Im vergangenen Jahr waren es allerdings noch rund 200.000 gewesen. Vereinzelt waren kritische Stimmen von Ausstellern und Besuchern zu hören. Nach bisherigen Planungen soll die neue Cebit aber auch eine zweite Chance bekommen. Sie soll vom 24. bis 28. Juni 2019 stattfinden.

Auf die Vernetzung kommt es an

Nicht Sensoren, Antriebe und Steuerung sind im Internet der Dinge (IoT) neu, und auch die digitale Technik nutzen wir bereits seit Jahrzehnten. Neu ist allein die Vernetzung aller möglichen Dinge, Geräte und Einrichtungen. Daher kommt der Verbindung dieser eine entscheidende Rolle zu. Sie muss nicht nur zuverlässig sein, sondern auch gut zu managen, damit man vom IoT wirklich profitieren kann.

Die ehemals klaren Grenzen zwischen Informationstechnologie, Telekommunikation und Produktionstechnik haben an Bedeutung verloren. Die diesjährige Hannover Messe hat dies eindrucksvoll vorgeführt. Der Berliner Tagesspiegel betitelte sie als „Leistungsschau der Digitalisierung“ – als wäre die weltgrößte Industriemesse ein Ableger der eigentlichen Digital-Messe in Hannover, der CEBIT. Die Erkenntnis, die dahintersteckt, ist klar: Alle Sektoren der Wirtschaft werden von der Digitalisierung erfasst, von der Landwirtschaft über die produzierende Industrie bis hin zu den Dienstleistern. Keine ganz neue Erkenntnis mehr und doch zögern Unternehmen noch, die Chancen von Digitalisierung und IoT zu ergreifen. Ihre Gründe haben die Marktforscher von IDC in einer aktuellen Studie ermittelt: 26 Prozent der befragten Unternehmen sehen in der Komplexität von IoT-Initiativen die größte Hürde, jeweils 20 Prozent fehlen ganzheitliche Lösungen und die Softwaresicherheit.

HelloFresh

Doch es lohnt, diese Hürde zu überspringen, wie viele praktische IoT-Anwendungen zeigen. Denn dann können neue Geschäftsfelder erobert werden – wie es etwa HelloFresh, der Berliner Anbieter von Lebensmittelpaketen im Abomodell für Endverbraucher, gerade macht: Das Unternehmen will sein Business um Geschäftskunden erweitern und dafür Kühlschränke unter dem Namen HelloFreshGo mit frischen Lebensmitteln, Snacks und Getränken in Firmen platzieren.

Die Abrechnung der entnommenen Waren, Nachbestellung und das Gerätemanagement erfolgen über ein integriertes IoT-Modul. Es sendet und empfängt die erforderlichen Daten per Mobilfunk. So sind für das Aufstellen von HelloFreshGo nur ein kleiner Platz und eine Steckdose für den Stromanschluss erforderlich. Einfacher kann ein IoT-System für den Anwender kaum sein.

Und auch für HelloFresh ist ein wesentlicher Teil der Lösung gut zu stemmen: Das junge Unternehmen arbeitet mit Telefónica in Deutschland zusammen, nutzt Konnektivität über Telefónica und setzt bei Verwaltung und Steuerung die IoT Smart Center Plattform von Telefónica ein – damit die Erweiterung des Geschäftsfelds auch stets transparent, nachvollziehbar und steuerbar für Hello-Fresh bleibt.

Smarter Kühlschrank: HelloFreshGO

GTX Corp.

Ein weiteres Unternehmen im IoT-Umfeld ist der amerikanische Spezialist für Wearables, die GTX Corp. Es hat seine Smart-Sole weiterentwickelt, über die gefährdete oder orientierungslose Menschen in Echtzeit lokalisiert werden, um ihnen bei Bedarf schnell helfen zu können.

Jetzt hat das Unternehmen zusätzliche Sensortechnik in seine Sohle eingebaut, über die Laufstil und Bewegung der Träger analysiert werden können. Damit erweitert sich der Kreis potenzieller Kunden auf jeden, der mehr über seinen Gang, über mögliche Fehlstellungen und falsche Belastungen erfahren und diese korrigieren will.

Wichtige Voraussetzung: Die Konnektivität, über die die Bewegungsdaten übertragen werden, bleibt verwaltbar. Telefónica als Partner gibt GTX mit der IoT Smart Center Plattform genau dafür das erforderliche Werkzeug an die Hand und sorgt weltweit für Konnektivität.

Geotab

Ähnlich profitiert Geotab, führender Anbieter von Telematik-Lösungen fürs Flottenmanagement, weltweit von der Zusammenarbeit mit Telefónica in Deutschland. Geotab ermöglicht nicht nur Tracking-Funktionen, sondern auch umfassende Datenanalysen – für eine effiziente Steuerung des Fuhrparks und Fahrersicherheit.

CEBIT 2018

Digitalisierung im Mittelstand ist eines der Fokusthemen für Telefónica Business. Vom 11. bis 15 Juni 2018 zeigen wir auf der CEBIT in Hannover praktische Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung neuer Ideen von IoT-Anwendungen. Hier können auch Sie eine Idee von Möglichkeiten der Digitalisierung und den damit verbundenen Mehrwerten für Ihr Unternehmen bekommen. Wir von Telefónica helfen Ihnen dabei, Hürden bei Ihrem IoT-Projekt zu nehmen. Informieren Sie sich auf unserem CEBIT-Stand in Halle 13, Stand D64.