Redaktion: Wie positioniert sich Telefónica im Umfeld des Internets der Dinge?

Schnierle: Als führender digitaler Telekommunikationsanbieter sorgen wir für die Vernetzung der Dinge. Wir sind Mobilfunk-Marktführer in Deutschland. Schon deshalb kommt uns hierzulande eine besondere Position zu, die wir darüber hinaus im Konzern global verstärken können: Wir schaffen weltweit die Verbindungen, die das Internet der Dinge braucht. Dabei sind wir nicht allein auf einer einzelnen Technologie angewiesen, sondern bieten je nach Anwendung auch ergänzende Technologien wie Wireline, also Datenleitung per Stromkabel, oder Mesh-Netze. Wir sehen uns als Generalunternehmer für die Konnektivität, dessen Kernkompetenz in unseren digitalen Netzen liegt. Für konkrete Lösungen arbeiten wir eng mit Spezialisten und Kunden zusammen, um flexibel auf deren Bedürfnisse eingehen zu können.

Redaktion: Welche Schwerpunkte legen Sie denn?

Schnierle: Über unser Internet of Things Partner Program können wir Kompetenzen aus allen Branchen einbinden. Unseren eigenen Schwerpunkt legen wir auf die Bereiche Energie und Mobilität. Aber auch im Gesundheitsbereich können wir sehr schön Erfolge verzeichnen.

Redaktion: Haben Sie dafür ein paar Beispiele?

Schnierle: Next Kraftwerke mit seinem virtuellen Kraftwerk ist sicher ein sehr schöner Anwendungsfall, weil er zeigt, wie auch durch unser Telekommunikationsnetz Intelligenz in die Energienetze kommt. Andere tolle Beispiele bietet unser Kunden Tesla mit seinen viel bewunderten Elektroautos, die ebenfalls unsere Netze nutzen. Gerade im Bereich Mobilität arbeiten wir aber auch mit einem der führenden Anbieter von Tracking-Lösungen an, mit Geotab. Intelligentes Flottenmanagement wird so möglich. Im Bereich Gesundheit bietet das Unternehmen Libify eine tolle Notruflösung, die nicht nur zu Hause, sondern dank unserer Global SIM rund um den Globus funktioniert – und damit dem Mobilitätsbedürfnis der Menschen von heute entgegenkommt.

Redaktion: Wie sehen die nächsten Entwicklungsschritte in Sachen Internet of Things bei Telefónica aus?

Schnierle: Zum einen haben wir noch Ende des vergangenen Jahres mit der „Telefónica Germany Next GmbH“ ein eigenes Unternehmen gegründet, das die Wachstumsfelder „Advanced Data Analytics“ und „Internet of Things“ vorantreiben soll. Zum anderen stecken wir viel in die Weiterentwicklung unserer Netze, ins Rückgrat des Internet of Things. Und wir arbeiten auch schon am Mobilfunk der nächsten Generation, 5G. Gerade das Internet der Dinge wird davon profitieren, weil mit 5G insbesondere die Latenzzeiten für den Datenverkehr noch einmal deutlich verkürzt werden können und der Energieverbrauch der Kommunikationseinheiten sinkt. Diese Entwicklung eröffnet den Weg zu neuen Anwendungen und Geschäftsfeldern. Uns steht eine spannende Zukunft bevor.